
Berlin – Dank einer deutlichen Leistungssteigerung in Durchgang zwei kam Hertha BSC am zehnten Bundesligaspieltag zu einem 3:0-Sieg über Hannover 96. Marko Pantelic brach in der 62. Minute den Bann, in der Schlussphase konterten die Herthaner eiskalt und kamen durch weitere Treffer von Andrey Voronin (84.) und Valeri Domovchiyski (90.) zu einem in dieser Höhe etwas glücklichen Erfolg.
Cheftrainer Lucien Favre ließ bis auf eine Ausnahme die gleiche Elf auflaufen wie beim 1:1-Unentschieden in Dortmund. Fabian Lustenberger musste auf Grund einer Oberschenkelverhärtung seinen Platz für Pál Dárdai räumen. Voronin blieb wegen einer Fußprellung zunächst auf der Bank. Auf Seiten der Hannoveraner mussten Mike Hanke und Jan Schlaudraff ebenfalls vorerst von der Seitenlinie aus zuschauen. Nationalkeeper Robert Enke wurde erneut durch Florian Fromlowitz ersetzt.
Dárdai mit Pfostentreffer
Die Gäste aus Hannover hatten in der Anfangsphase zwar mehr Ballbesitz, die erste Chance der Partie hatten jedoch die Herthaner. Pantelic erhielt den Ball von Cicero und spielte den freistehenden Gojko Kacar an. Der Serbe kam nicht an den Ball, rutschte weg und ließ so die erste Großchance verstreichen (6.). Im Gegenzug machten sich die Niedersachsen bemerkbar, Krebs verzog aber aus 16 Metern vollkommen (7.). In der Folge waren beide Teams beim Abspiel zu unkonzentriert und verhinderten so einen munteren Spielfluss. Nach 21 Minuten versuchte es Cicero mit einem Schuss aus 24 Metern, ohne Fromlowitz herausfordern zu können.
In der 22. Minute ließen die Berliner endlich wieder Kombinationsfußball erkennen. Dárdai machte das Spiel schnell, schickte Nicu auf der linken Seite. Dieser zog aus 15 Metern direkt ab, verfehlte das Tor aber um einige Meter. Deutlich knapper war es da schon eine Minute später. Nach einer Ecke von rechts landete der Ball vor den Füßen Dárdais. Der Ungar traf den Ball punktgenau, leider auch den Pfosten (23.). Die beste Chance bis dato für die Hausherren, die nun aufdrehten. Pantelic behauptete drei Minuten darauf das Leder gegen Cherundolo und bediente Marc Stein. Der Außenverteidiger flankte direkt an den zweiten Pfosten und fand in Raffael seinen Abnehmer. Doch auch der Brasilianer blieb mit seinem Kopfball aus fünf Metern glücklos (26.).
Hannover kam besser aus der Kabine
Zwei Minuten später sorgte Nicu über links für Gefahr. Schade nur, dass seine gute Hereingabe keinen Mitspieler, sondern nur den herauseilenden Fromlowitz erreichte. Hannover war, wenn überhaupt, nur mit Schüssen aus der zweiten Reihe gefährlich. Allen voran Mikael Forssell, der sowohl in der 34. als auch in der 36. Minute nur knapp neben den Pfosten schoss. Hertha hatte nun den Faden verloren und wartete förmlich auf den Pausenpfiff. In der Halbzeitpause reagierte Lucien Favre, brachte Voronin für den schwachen Raffael. Gästetrainer Dieter Hecking stellte ebenfalls um, wechselte Schlaudraff für Krebs ein.
Die Umstellungen machten sich zunächst auf Seiten der 96er bemerkbar, die nach dem Seitenwechsel gleich drei gute Gelegenheiten hatten. Zunächst scheiterte Forssell nur knapp (50.), eine Minute später tat es ihm Pinto gleich. Wieder sechzig Sekunden später kam Forssell in aussichtsreicher Position zum Schuss, Jaroslav Drobny konnte jedoch zur Ecke klären. Die Hertha nahm nun auch wieder am Spiel teil. Voronin flankte den Ball von der rechten Seite in den Rücken der Abwehr auf Dárdai, der auf Kacar ablegte. In abseitsverdächtiger Position brachte der Serbe das Leder jedoch nicht an Fromlowitz vorbei. Auch zwei Minuten später machte es Kacar nicht besser. Aus fünf Metern fand er erneut in Fromlowitz, der den Ball zur Ecke klärte, seinen Meister.
Pantelic traf zur Führung
In der 62. Minute wurden die Herthaner für ihre Angriffsbemühungen belohnt. Dárdai erkämpfte den Ball, spielte Nicu frei, der Pantelic mustergültig bediente. Herthas Torgarant hatte keine Mühe, aus fünf Metern locker zur Führung einzuschieben. Nur kurz darauf hätte der Serbe seine Leistung krönen können. Frei vor Fromlowitz entschied er sich für einen Schuss, scheiterte und bewies, dass der Egoismus eines Stürmers auch zum Verhängnis werden kann. Hätte Pantelic den Blick für die mitgelaufenen Stein und Friedrich gehabt, wäre das die 2:0-Führung gewesen (66.).
Doch so mobilisierte Hannover noch einmal die letzten Kräfte, scheiterte aber an den sicher stehenden Berlinern, die ihrerseits nun mehr Räume zum Kontern hatten. Pantelic flankte in der 76. Minute in den Strafraum auf Nicu, der seinen Schuss nur Zentimeter am linken Pfosten vorbei setzte. Das Pech verfolgte auch die Gäste. In einen Schuss von Huszti grätschte Friedrich noch herein, der Ball knallte an den Pfosten (78.). Zentimeter fehlten auch im direkten Gegenzug, als Cicero an einer Pantelic-Hereingabe knapp vorbeirutschte.
Domovchiyski setzte den Schlusspunkt
Erfolgreicher war der Brasilianer in der 82. Minute, als er den Blick für Pantelic hatte. Der Serbe ließ den Ball durch, sodass Voronin frei auf das Gehäuse der Gäste zulief. Konnte Fromlowitz zunächst Voronins Schuss abwehren, war er beim anschließenden Kopfball des Ukrainers machtlos, 2:0! Die eiskalt ausgekonterten Gäste ließen nun die Köpfe hängen und einen weiteren Gegentreffer zu. Voronin passte den Ball in der Nachspielzeit auf den eingewechselten Domovchiyski, der aus kürzester Distanz zum 3:0 vollendete. Nach dem zweiten Heimerfolg in Folge müssen die Herthaner bereits am Samstag (01.11.08) bei Werder Bremen antreten.
Aufstellungen:
Hertha BSC: Drobny – Chahed, Friedrich, Kaká, Stein – Nicu, Dárdai, Kacar, Cicero – Raffael (46. Voronin) – Pantelic(87. Domovchiyski)
Hannover 96: Fromlowitz – Cherundolo, Balitsch, Fahrenhorst, Rausch – Schulz, Lala (77. Stajner), Krebs (46. Schlaudraff) – Pinto (72. Hanke) – Forssell, Huszti
Tore: 1:0 Pantelic (62.), 2:0 Voronin (84.), 3:0 Domovchiyski (90.)
Gelbe Karten: Stein, Pantelic, Kacar
Zuschauer: 31.329
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Statistiken zum Spiel
Quelle : Hertha BSC