Favre: Spieler kommen nicht gern zu Hertha
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (55) nannte die Hauptstadt einst „arm, aber sexy“. Der Spruch gilt für Berlins besten Fußballklub Hertha BSC nur zur Hälfte. Leider zur falschen…
Hertha-Trainer Lucien Favre (51) sitzt in der Transferfalle. Er will aus den Berlinern in den nächsten 1,5 Jahren ein Spitzenteam formen. Doch auf der Suche nach Verstärkungen kämpft der Trainer trotz Platz 3 in der Hinrunde mit zwei Riesen-Problemen: Hertha ist arm – aber nicht richtig sexy!
Eine Erfolgsstory wie beim FC Zürich, wo Favre mit wenig Geld zweimal Meister wurde, lässt sich in Berlin schwer wiederholen. In BILD verrät „Lulu“, woran es liegt…
Favre: „In Zürich war es leichter, weil alle Talente zum FCZ kommen wollten. Bei Hertha ist das anders. Wir sind nicht die 1. Adresse. Die Spieler kommen noch nicht so gern zu uns! Ich hoffe, dass es sich bald ändert.“
BILD: Wie soll das gehen?
Favre: „Ich habe Ideen – aber die verrate ich nicht. Klubs, die über Geld verfügen, haben oft wenige Ideen und machen große Fehler. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben. Das ist schwer. Aber ich bin überzeugt, dass wir Erfolg haben werden, wenn ich meine Ideen installieren kann. Ob ich es kann, werden wir sehen.“
BILD: Für 100 000 Euro wollen Sie „Känguru-Kicker“ Chipperfield holen. Sind größere Sprünge nicht drin?
Favre: „Wir hatten im Winter keine anderen Möglichkeiten. Und wir werden auch im Sommer kein Geld haben, um groß einzukaufen!“
BILD: Dennoch wollen Sie ein Titel-Team formen…
Favre: „Viele Kollegen haben mir gesagt, dass dieses Ziel völlig unrealistisch ist. Wenn wir gut arbeiten, kann sich aber jeder verbessern. Wenn wir komplett sind, sind wir besser als letzte Saison. Wenn nicht, wird’s schwer.“
BILD: Derzeit fallen elf Spieler aus. Ihnen muss Angst und Bange sein!
Favre: „Warum? Wir können die Situation nicht ändern. Ich habe nie Sorgen. Ich habe Vertrauen. Wenn jeder sein Bestes gibt, werden wir belohnt.“
BILD: Die Verträge von Marko Pantelic und Andrey Voronin laufen aus. Wollen Sie die beiden halten?
Favre: „Ich konzentriere mich auf die Spieler, die da sind. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“
BILD: Haben Sie selbst andere Angebote?
Favre (grinst): „Nein… Ich konzentriere mich voll auf Hertha.“
Quelle: Bild.de
