Jahrtausend-Sieg in Frankfurt
Berlin – Hertha BSC ist mit einem Sieg in die neue Bundesligasaison gestartet. Das völlig verdiente 2:0 bei Eintracht Frankfurt war der erste Auftakterfolg seit 1999.
Hertha-Trainer Lucien Favre wartete vor 44.900 Zuschauern in der Commerzbank-Arena mit einigen Überraschungen auf. So verzichtete er unter anderem auf Neu-Stürmer Amine Chermiti. Hinten agierten die Herthaner mit einer Dreierkette. Gojko Kacar, erst am Donnerstagabend aus Peking zurückgekehrt, stand in der Anfangsformation.
Von Beginn an gefährlich
Und Hertha, in blütenreinem Weiß angetreten, machte von Beginn an Druck. Bereits nach zehn Minuten die erste dicke Möglichkeit für die Berliner. Nach einem schönen Solo von Raffael stand der Brasilianer frei vor Nikolov, scheiterte aber am Eintracht-Keeper. Drei Minuten später war es Marko Pantelic, der, von Ebert freigespielt, ebenfalls in Nikolov seinen Meister fand.
Hinten gut gestaffelt, lauffreudig im Mittelfeld und beweglich im Angriff wirbelten die Herthaner die Hausherren gehörig durcheinander. Einzig Zählbares wollte zunächst nicht dabei herausspringen. Die Eintracht schien von der aggressiven Spielweise der Herthaner überrascht. Nach vorne gelang den Hessen in den ersten 25 Minuten rein gar nichts. Dann kam Russ nach einem Eckball aus Nahdistanz zum Schuss, setzte das Leder aber ans Außennetz (26.).
Raffael kurz vor der Pause
Der Druck der Herthaner nahm nun ab. Trotzdem kontrollierten die Berliner weiterhin das Geschehen. Bei dem ein oder anderen Konter fehlte aber so ein bisschen die Entschlossenheit. Die Gefährlichkeit der Gastgeber ließ jedoch ebenfalls zu Wünschen übrig. Lediglich bei einem Schuss von Steinhöfer musste Hertha-Keeper Drobny aufpassen (36.). Enger wurde es bei einem Kopfball von Amanatidis, der nur knapp am rechten Pfosten vorbeisegelte (40.).
Jetzt war die Eintracht am Drücker. Neuzugang Liberopulos schlenzte das Leder nach einer schönen Kombination über Steinhöfer und Amanatidis aus 16 Metern am rechten Torwinkel vorbei. Diese Drangphase kurz vor der Halbzeit überstanden die Herthaner jedoch schadlos und konterte. Pantelic spielte Raffael frei und diesmal machte es der Brasilianer besser. Erst umkurvte er Nikolov und hämmerte die Kugel dann aus spitzem Winkel zum 1:0 ins Tor. So ging es dann auch in die Pause.
Piszczek verletzt raus
Nach dem Wechsel musste Favre wechseln. Für den verletzten Lukasz Piszczek kam Fabian Lustenberger. Die erste gute Aktion hatte aber Patrick Ebert, der gleich vier Frankfurter stehen ließ, dann aber vom fünften Hessen gestellt wurde (47.).
Dann die Eintracht: Ochs sieht Amanatidis, flankt präzise, doch von Bergen ist da und klärt in letzter Sekunde mit dem Kopf (53.). Das Tempo der Partie blieb hoch. Frankfurt legte nun noch einen Gang zu und Hertha hielt mit. In der 58. Minute hatten die Eintracht-Fans schon den Torschrei auf den Lippen. Doch Liberopulos´Kopfball nach einer Flanke von Amanatidis landete auf und nicht im Netz.
Lupenreiner Konter
Aber Hertha war an diesem Tag einfach das bessere Team. Nach einem traumhaften Konter über Raffael und Pantelic war es der bärenstarke Ebert, der die Kugel aus sechs Metern überlegt ins rechte Eck zum 2:0 einschob (60.).
Frankfurt reagierte mit wütenden Angriffen. Vor allem Amanatidis drängte auf den Anschluss. Aber die Hertha-Abwehr stand sicher. Beide Trainer wechselten nun. Bei Hertha kamen Hartmann und Nicu für Ebert und Kacar, Eintracht-Coach Friedhelm Funkel brachte Alex Meier für Inamoto und Fenin für Steinhöfer. Und der eingewechselte Meier hatte das 1:2 auf dem Fuß. Doch sein Lupfer ging deutlich über das Tor (73.).
Führung ohne Mühe über die Zeit geschaukelt
Die letzte Viertelstunde stand ganz im Zeichen von angreifenden Frankfurtern und konternden Herthanern. Beide Teams zeigten in dieser Phase aber Ungenauigkeiten beim Spiel in die Spitze. Hertha kontrollierte das Geschehen, ohne wirklich gefährlich zu werden. Frankfurt war schlicht und einfach zu harmlos, um die konzentrierte Hertha-Abwehr in Bedrängnis zu bringen.
So schaukelten die Blau-Weißen das hochverdiente 2:0 ohne Mühe über die Zeit. Am kommenden Samstag erwarten die Herthaner Arminia Bielefeld zum Heimauftakt im Berliner Olympiastadion.
Statistik:
Aufstellungen:
Eintracht Frankfurt: Nikolov – Ochs, Russ, Bellaid, Spycher – Inamoto (62. Alex Meier, 77. Fink), Chris, Toski, Steinhöfer (56. Fenin) - Liberopulos, Amanatidis
Hertha BSC: Drobny – Kaka, von Bergen, Simunic – Stein, Kacar (67. Hartmann), Cicero, Piszczek (46. Lustenberger), Ebert (70. Nicu) – Raffael, Pantelic
Tore: 0:1 Raffael (44.), 0:2 Ebert (60.)
Zuschauer: 44.900
Schiedsrichter: Florian Meyer
Gelbe Karte: Ebert
Quelle : hertha bsc
